Wechsel und Tarife in der privaten Krankenversicherung

In der privaten Krankenversicherung gibt es mehrere Wechselwege: von der gesetzlichen in die private Kasse, in einen anderen Tarif beim eigenen Versicherer, zu einem anderen Versicherer und unter engen Voraussetzungen zurück in die gesetzliche Krankenversicherung. Beim Tarifwechsel nach § 204 VVG wird die Alterungsrückstellung angerechnet. Die Ratgeber in diesem Bereich erklären Voraussetzungen und Folgen, ohne Tarife zu empfehlen.

Eine Frau in den Vierzigern steht an einem hellen Fenster im Arbeitszimmer und blickt nachdenklich hinaus
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Ein Wechsel in der Krankenversicherung kann in verschiedene Richtungen gehen, und jede hat eigene Regeln. Die Ratgeber in diesem Bereich erklären, wer wohin wechseln darf, was mit der Alterungsrückstellung geschieht und welche Fristen gelten. Sie empfehlen keine Tarife und keine Versicherer.

Von der GKV in die PKV

Angestellte sind in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig, solange ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt. Sie liegt 2026 bei 77.400 Euro im Jahr, für Arbeitnehmer, die am 31.12.2002 wegen Überschreitens der damaligen Grenze versicherungsfrei und privat krankenversichert waren, bei 69.750 Euro [1, 2]. Wird die Grenze überschritten, endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des Kalenderjahres, allerdings nur, wenn das Entgelt auch die Grenze des folgenden Jahres übersteigt [2]. Den Ablauf beschreibt Von der GKV in die PKV wechseln; wer überhaupt in die PKV darf, steht im Bereich Wer sich privat versichern kann.

Innerhalb der PKV

Bei deinem eigenen Versicherer kannst du verlangen, in einen anderen Tarif mit gleichartigem Schutz zu wechseln. Deine erworbenen Rechte und die Alterungsrückstellung werden angerechnet. Für Mehrleistungen im neuen Tarif darf der Versicherer einen Leistungsausschluss oder einen angemessenen Risikozuschlag und insoweit eine Wartezeit verlangen [3]. Einzelheiten stehen unter Tarifwechsel nach § 204 VVG und PKV-Tarife vergleichen: die Kriterien.

Zwei Menschen in den Fünfzigern reichen sich in einem hellen Beratungsraum mit Pflanzen über den Tisch die Hand
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Kündigst du und schließt gleichzeitig bei einem anderen Versicherer einen Vertrag ab, der den gesetzlichen Krankenversicherungsschutz ersetzen kann, überträgt der bisherige die kalkulierte Alterungsrückstellung nur für den Teil der Versicherung, dessen Leistungen dem Basistarif entsprechen, und nur bei Verträgen, die nach dem 01.01.2009 abgeschlossen wurden. Für die darüber hinausgehende Alterungsrückstellung kannst du von ihm einen Zusatztarif verlangen [3]. Was das für ältere Verträge bedeutet, erklärt Den privaten Krankenversicherer wechseln. Eine Krankheitskostenversicherung, die länger als ein Jahr läuft, kannst du vorbehaltlich einer vereinbarten Mindestdauer zum Ende jedes Versicherungsjahres mit drei Monaten Frist kündigen. Eine Versicherung, mit der du die Pflicht zur Krankenversicherung erfüllst, kannst du nur kündigen, wenn du bei einem neuen Versicherer einen Vertrag abschließt; die Kündigung wird wirksam, wenn du innerhalb von zwei Monaten nach der Kündigung nachweist, dass du ohne Unterbrechung bei einem neuen Versicherer versichert bist [4].

Sozialtarife und Anwartschaft

Versicherungsunternehmen mit Sitz im Inland, die die substitutive Krankenversicherung betreiben, müssen einen branchenweit einheitlichen Basistarif anbieten, dessen Leistungen in Art, Umfang und Höhe denen der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sind [5]. Daneben gibt es den brancheneinheitlichen Standardtarif, den nach Angaben der BaFin nur Personen wählen können, die vor dem 1. Januar 2009 zur PKV gewechselt sind [6, 7]. Der Wechsel in den Basistarif unter Anrechnung der Alterungsrückstellung ist an Bedingungen geknüpft, etwa einen Vertragsschluss nach dem 01.01.2009 oder ein Alter ab 55 Jahren [3]. Beide Tarife vergleicht Basistarif und Standardtarif. Einen gekündigten Vertrag kannst du in Form einer Anwartschaftsversicherung fortführen, soweit die Krankenversicherung nach Art der Lebensversicherung betrieben wird [3]. Wofür das sinnvoll sein kann, steht unter Anwartschaftsversicherung.

Zurück in die GKV

Wer nach dem 55. Geburtstag versicherungspflichtig wird, bleibt versicherungsfrei, wenn er in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war und mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, befreit oder hauptberuflich selbstständig war [2]. Tritt Versicherungspflicht ein, kannst du die private Krankheitskostenversicherung binnen drei Monaten rückwirkend zu diesem Zeitpunkt kündigen, wenn du dem Versicherer den Eintritt der Versicherungspflicht auf dessen Aufforderung in Textform binnen zwei Monaten nachweist [4]. Alle Wege und Grenzen erklärt Zurück in die gesetzliche Krankenversicherung. Allgemeine Hinweise zum lückenlosen Versicherungswechsel bei anderen Sparten stehen unter Versicherung wechseln ohne Lücke im Schutz.

  1. Behörde Beiträge. Bundesministerium für Gesundheit. Stand 03.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Gesetz § 6 SGB V: Versicherungsfreiheit. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  3. Gesetz § 204 VVG: Tarifwechsel. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  4. Gesetz § 205 VVG: Kündigung des Versicherungsnehmers. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  5. Gesetz § 152 VAG: Basistarif. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  6. Gesetz § 5b GOÄ: Bemessung der Gebühren bei Versicherten des Standardtarifes der privaten Krankenversicherung. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde Private Kranken- und Pflegepflichtversicherung, FAQ zum Standardtarif, Basistarif und Notlagentarif. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

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